von Wolfgang Sobol
16. November 2023, 19.00 Uhr
Wolfgang Sobols außergewöhnliche Sicht auf die Landschaft zeigt sich in einer, in Ansätzen analytischstrukturellen, malerischen Verarbeitung seiner Erlebnisspären. Ihm liegt besonders die Darstellung struktureller Eigenarten näher, als das gewöhnliche Erscheinungsbild der gewählten Naturwesen, die vornehmlich Baumerscheinungen sind.
Blassfarbene Himmelsverläufe definieren einen endlosen Hintergrund oder möglicherweise den „Sobolschen Horizont“, vor dem seine entkleideten Baumriesen gestisch Wesensmerkmale demonstrieren. Natur sieht er im weitesten Sinne, als eine, vom Aussterben bedrohte Art. Diese Tatsache – die permanente Vergänglichkeit allen Existenten – ist tiefgründig in seinen Werken verwoben.
Sobols charakteristische Darstellungsweise wirft demnach einen Blick auf die Wesen unseres nächsten Umfeldes, die sein menschliches Schaffen zwingend ermöglicht haben. Diese Baumriesen erinnern an Gehilfen menschlicher Daseinsweise und zeigen gleichzeitig ihre eigene Vergänglichkeit im Tun universeller Kräfte an.
In diesem Kontext könnte man hier von einer neuen Sicht in der Landschaftsmalerei sprechen.


